Claus Wolfgang Hemmann

    

Auf diesen Seiten werde ich kleine Geschichten aus meinem Leben erzählen und damit auch mein Buch vorstellen...

Der Letzte Tag, an dem ich Alkohol getrunken habe...

Beim Pförtner zeigte Christa den Einweisungsschein und damit konnten wir auf dem riesigen Gelände bis zum Parkplatz von Haus Zwölf durchfahren. Ich nahm meinen Koffer und zusammen gingen wir durch die Eingangshalle hinauf in den ersten Stock. Links war eine Türe mit einer matten Glasscheibe, daneben an der Wand ein einfaches Metallschild mit der Aufschrift "Station 3" und darunter ein Klingelknopf. "Bitte läuten!" stand darauf und Christa drückte auf den Knopf. Ich hatte das Gefühl das sie zitterte. Doch schon öffnete sich die Tür und eine Schwester ließ uns eintreten. Hinter der Türe begann ein Gang mit einigen hellen Holztüren auf jeder Seite und gleich rechts befand sich eine Art großer Glaskasten mit einem riesigen Schreibtisch an dem ebenfalls eine Schwester uns freundlich anlächelte. "Grüß Gott" sagte die erste Schwester nun ebenfalls und wendete sich mir zu "Sie begleiten Ihre Frau zu uns." "...wahrscheinlich haben wir aber gar kein Bett mehr frei." Christa wurde ganz weiß im Gesicht und sie schien sichtlich zu erschrecken: "Nein bitte, nicht ich, mein Mann soll hier bleiben" und "bitte helfen sie uns,... bitte!" Die Schwester schien verwirrt, betrachtete mich ungläubig und sagte schnell "Also sie sollen hierbleiben, na dann warten sie bitte einen Moment, ich hoffe wir finden noch ein Bett für sie." Sie verschwand, doch gleich darauf kam sie zurück und bat mich, ihr zu folgen. Christa stand immer noch bleich und sehr verlassen neben dem Glaskasten als ich nur noch ein leises "mach's gut, Schatz" stammeln konnte und der Schwester mit meinem Koffer nach hinten folgte. Als ich mich noch einmal umdrehte schien Christa immer noch verzweifelt zu versuchen, alles eben Erlebte zu begreifen. Sie tat mir auf einmal wieder unendlich leid, nur hatte ich im Moment gar nicht die Möglichkeit einen klaren Gedanken zu fassen, noch hätte ich gewusst wie ich ihr gerade jetzt helfen könnte, da die Glastüre bereits hinter ihr ins Schloss fiel...

Ganz hinten an der Querseite der Station war ein großes Zimmer in welches ich der Schwester folgte. An der Seite befand sich eine große Glasscheibe und dahinter Instrumente und ein Schreibtisch. Und in der Mitte stand nur ein einziges Bett. Ich war wieder auf einer Intensivstation und das gleich von Anfang an - ich machte mir darüber im Moment keine allzu großen Gedanken. Ich durfte mich ausziehen und den Schlafanzug anziehen, den Koffer nahm die Schwester mit und ich lag allein auf dem einzigen Bett. Hinter der Scheibe erkannte ich noch die Schwester welche mich gebracht hatte und eine zweite Schwester. Die beiden schienen sich zu unterhalten während sie immer wieder durch die Scheibe zu mir herüber schauten. Ein Arzt kam und begrüßte mich kurz, gleich darauf wurde mir Blut abgenommen und ich bekam eine Spritze. Ich hatte jegliches Zeitgefühl verloren und alles was nun folgte habe ich nur als bösen Traum erlebt. Wie gnädig mein Gott doch sein kann. Bilder aus meinem Leben schienen vorbei zu schweben. Gedankenfetzen zerrissen die Realität und bizarre Wachträume gaukelten mir Flaschen und immer wieder Flaschen vor, welche ich teils genussvoll und teils ekelerregend immer und immer wieder austrinken musste. Wilde Fantasien und böse Träume schienen mich zu erwürgen. In mir war kein Platz mehr für Schönes und Verlockendes. Alles Elend meiner kaputten Welt schien über mir zu zerbersten und ich wurde begraben von der wahnwitzigen Idee ein glücklicher Mensch zu sein. Bitte, bitte, lasst es nicht zu, dass ich in meiner verzweifelten Welt wieder aufwachen muss, bitte, bitte. Ich muss es immer wieder und wieder geschrien haben und mein Bewusstsein erfüllte meinen Wunsch, ganz leise und doch schmerzlich real fand ich einen Tag später zurück in meine Wirklichkeit, die trotzdem noch so weit von mir entfernt war...Das war der Tag an dem ich meinen letzten Schluck Alkohol getrunken habe. Noch in der Klinik lernte ich die Anonymen Alkoholiker kennen. Auch wenn ich nicht gleich begriff, was es soll, wenn einer sagt "...mein Name ist ...und ich bin Alkoholiker!" Später beim Meeting in allen AA-Gruppen, die ich besucht habe, werde ich es sein der sagt, "...mein Name ist Claus und ich bin Alkoholiker".

Nun bin ich seit über 35 Jahren trocken, ohne je wieder einen Schluck Alkohol getrunken zu haben. Keinen Hustensaft und kein Mundwasser, kein Stück Schwarzwälder-Kirschkuchen im Cafe und keinen Eisbecher mit einem Spritzer Eierlikör im sonnigen Italien. Nichts was in irgend einer Form mit dem Wort Alkohol in Verbindung gebracht werden könnte... seit jenem Tag im November 1975 als ich in das Landeskrankenhaus in München Haar eingeliefert wurde und danach Hilfe unter Freunden fand... bei den Anonymen Alkoholikern. Und auch im ganz normalen täglichen Leben sind viele dieser AA-Freunde auch heute noch meine echten Freunde.

Ich habe 2010 meine Geschichte in Form eines spannenden Romans geschrieben und beim Epubli- Verlag als Taschenbuch veröffentlicht. Nun ist mein Buch auch als kostenloses eBook in allen gängigen eBook-Shops erhältlich. Meine Geschichte bietet all denen Mut und Hoffnung an, die Hilfe suchen. Ein noch "nasser Alkoholiker" wird dieses Buch wohl kaum lesen, aber ein Partner, die Frau, der Mann, eine Mutter vielleicht, oder ein guter Freund, wird beim Lesen meiner Geschichte sehr schnell feststellen, dass alles so harmlos beginnt und fast immer in einer Katastrophe enden kann. Dass es aber auch einen Weg aus dieser Krankheit gibt, wenn man nur bereit ist, sein Leben zu ändern.

        

         Das eBook ist in allen gängigen Shops erhältlich, mein besonderer Service befindet sich ein paar Seiten weiter: Wer sofort mit dem Lesen beginnen will, kann über Dropbox das komplette Buch mit vielen Bildern als PDF-Datei sofort KOSTENLOS downloaden...

ÜBER EINEN KURZEN EINTRAG IN MEIN GÄSTEBUCH WÄRE ICH BESONDERS DANKBAR

         http://www.bookrix.de/_ebook-claus-wolfgang-hemmann-gelebtes-leben-und-30-jahre-trocken/

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